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Neustädter Wappen
Neustadt an der Weinstrasse im Spiegel der Zeit

Das die Neustadter Region ein schönes Fleckchen zum leben ist wußten schon unsere Vorfahren.
So sind erste Ansiedlungen im Raum Neustadt seit dem ersten Jahrhundert vor Christus bekannt (Kelten und Nemeter).

Ca. 58 v. Chr. zogen dann die Römer unter dem siegreichen Feldherrn und Imperator Julius Cäsar ein. Sie waren es auch die den Weinbau in der Gegend kultivierten.

Mit dem Zusammenbruch des Römischen Reiches, eroberten gegen 406 n. Chr. die Germanen die Region um schließlich 90 Jahre später (496 n. Chr.) durch den Frankenkönig Chlodwig wieder vertrieben zu werden.

Im Jahre 774 n. Chr. wird erstmalig das Dorf Winzingen (heute ein Stadtteil von Neustadt) urkundlich erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt steht die Region unter der Herrschaft der Karolinger.

Als es schließlich im Jahre 843 n. Chr. zum Vertrag zu Verdun kommt, welcher die fränkische Reichsteilung festlegt, wird die Region Neustadt Ludwig "dem Deutschen" und seinen Nachfolgern zugesprochen.
Es entstehen die ersten Befestigungen zur Sicherung des Herrschaftsanspruches (die "Heidenburg" bei Gimmeldingen und die "Kästenburg" bei Hambach, Vorläufer des heutigen Hambacher Schlosses)

Im Jahre 1155 n. Chr. überträgt Kaiser Friedrich Babarossa seinem Stiefbruder Konnrad von Staufen die Pfalzgrafenschaft bei Rhein. Die Region befindet sich somit unter der Herrschaft der Hohenstaufer.

Um ca. 1200 n.Chr. gründen die Pfalzgrafen bei Rhein unterhalb der Burg Winzingen (heutiges Haardter Schloss) auf der Gemarkung des gleichnamig erstmalig 774 n. Chr. erwähnten Dorfes, die Nuwenstat (Neue Stadt)

Im Jahre 1214 n. Chr. belehnt der Hohenstaufen-Kaiser Friedrich II. die Pfalzgrafenschaft bei Rhein dem Herzog Ludwig I. von Wittelsbach. Neustadt wechselt somit unter die Herrschaft der Wittelbacher.

1220 n. Chr. wird unter Pfalzgraf Ludwig I. die Wolfburg gebaut, welche im 30 jährigen Krieg zerstört wird.

Unter dem Datum des 3.Februar 1245 ließ Papst Innonsenz IV. eine Urkunde anfertigen,
in der er dem Kloster St. Lambrecht seine Güter und Rechte bestätigte.
In dieser Papstbulle wird erstmalig Neustadt als "Civitate Nova" (Neuen Stadt) urkundlich erwähnt.

1254-1256 n. Chr. nimmt Neustadt am großen rheinischen Städtebund teil.

Im Jahre 1259 n. Chr. wird Neustadt durch den Bischof Eberhard von Worms eingenommen.

1261 gelangt Neustadt an die Pfalzgrafen zurück.

Im Jahre 1275 n. Chr. verleiht König Rudolf I. von Hohenstaufen Neustadt die Stadtrechte. Neustadt entwickelt sich in den folgenden Jahren zu einem bedeutenden Zentrum der linksrheinischen Kurpfalz.

Von 1345 bis 1346 n. Chr. verleiht Kaiser Ludwig IV. (auch der Bayer genannt) Neustadt das Marktrecht und die Gerichtsbarkeit welche vom Rat der Stadt ausgeübt wird.

1356 n. Chr. erhebt Kurfürst Ruprecht I. die Neustadter Pfarrkirche zu einem Kollegiatstift, welche zur damaligen Zeit auch als kurfürstliche Grablege dient. Zeitgleich befiehlt er den Bau der neuen Stiftskirche. Von 1368 n. Chr. bis 1383 n. Chr. wird der Chor errichtet. Die gesamten Arbeiten bis zur Fertigstellung der Stiftskirche ziehen sich bis ca. 1490 n. Chr. hin. Schon während der Arbeiten wird die neue Kirche die Grablege der Kurpfälzischen, in Heidelberg residierenden, Wittelsbacher.

Auf den engen Bezug von Neustadt zu den Wittelsbachern weis auch das auf das um die Mitte bis Ende des 13.Jahrhunderts entstandene Stadtsiegel, mit seinem Löwen und den Rauten.

Im Jahre 1525 n. Chr. wird Neustadt für seine Beteiligung am Bauernkrieg schwer gestraft. Neben der Zahlung einer hohen Geldbuße, wird ihm für 18 Jahre die Stadtrechte entzogen und die acht Rädelsführer werden auf dem Marktplatz hingerichtet.

1566 n. Chr. wird das Kollegialstift, als Folge des Übertritts der Kurpfalz zum Calvinismus, aufgehoben und die Stiftskirche den Reformierten übergeben.

Im weiteren Verlauf stiftet 1578 n. Chr. Pfalzgraf Johann Casimir das "Casimiranum" als Hochschule für Professoren und Studenten, welche wegen ihres reformierten Bekenntnisses von der lutherischen Universität Heidelberg vertrieben wurden und erst 1583 n. Chr. zurückkehren können.

1587 n. Chr. erscheint im Verlag der Neustadter Druckerei Harnisch die erste reformiert Bibel Deutschlands, die sogenannte "Neustadter Bibel" von David Parens.

Von 1621 n Chr. bis 1644 n. Chr. (30 jähriger Krieg) leidet Neustadt unter zahlreichen Belagerungen und Eroberungen durch spanische, schwedische, kaiserliche und französische Truppen.

Während andere pfälzische Städte im Rahmen des französischen Erbfolgekrieges (1689 n. Chr.) große Verwüstungen erleiden müssen, bleibt Neustadt hiervon weitestgehend verschont. Die Legende schreibt dies der Liaison der Bürgertochter Kunigunde Kirchner mit einem französischen Offizier zu.

Im Zuge der Pfälzischen Kirchenteilung (1705 n. Chr.) wird die Stiftkirche zwischen den Reformierten und den Katholiken aufgeteilt. Die Refomierten erhalten das Langhaus, die Katholiken den Chor. Zwischen den beiden Konfessionen wir in der Folge von 1708 n. Chr. bis 1714 n. Chr. eine, noch heute existierende, Trennmauer innerhalb des Gotteshauses errichtet.

Von 1720 n. Chr. bis 1743 n. Chr. wird das Jesuitenkolleg am Marktplatz errichtet, welches bis heute das Rathaus beinhaltet.

1739 n. Chr. wird die Doppeltrumfassade der Stiftskirche durch den Bau des bis 1^994 bewohnten Türmerhauses in seine heutige Gestalt umgewandelt.

Als Folge der Französischen Revolution (1794 n. Chr.) endet die kurpfälzische Herrschaft über Neustadt. Neustadt sowie die linksrheinische Pfalz werden von Frankreich annektiert, bis sie nach der Niederlage Napoleons I. 1816 n. Chr. wieder zu Bayern gehören.


Im Jahre 1832 n. Chr. steht Neustadt mit dem Hambacher Fest im Mittelpunkt des politischen Geschehens des in viele hundert Fürstentümer gesplitterten Deutschlands.
Am 27. Mai ziehen 20000 bis 30000 Menschen vom Marktplatz auf die nur wenige Kilometer entfernte Burgruine "Kästenburg" bei Hambach (heutiges Hambacher Schloss), um für die Demokratie und die staatliche Einheit Deutschlands zu demonstrieren. Das Hambacher Schloß wird damit zur "Wiege der deutschen Demokratie" (Theodor Heuß) und zu einer Demonstration für nationale Einheit und Freiheit.
Das von den Organisatoren Dr. Siebenpfeiffer und Dr. Wirth initiierte Fest, war der Ausgangspunkt für das erste, in der Frankfurter Paulskirche angesiedelte und frei gewählte, Deutsche Parlament.
Die auf dem Fest getragenen Flaggen der Studentenbunde (Schwarz, Rot und Gold) bildeten die Vorlage für unsere heutige Nationalflagge.

Im Jahre 1847 n. Chr. erhält Neustadt einen Eisenbahnanschluß und entwickelt sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem wichtigen Bahnknotenpunkt in der Pfalz.

1861 n. Chr. wird die bisherige Beleuchtung der Straßen durch eine "moderne" Gasbeleuchtung ersetzt. Ein Jahr später wird die neue katholische Stadtpfarrkirche (Marienkirche) geweiht. Neustadt hat mittlerweile über 6.000 Einwohner.

Von 1866 n. Chr. bis 1867 n. Chr. wird die Neustadter Synagoge erbaut.

In den folgenden Jahrzehnten gedeiht die Stadt, damaliger Name Neustadt an der Haardt, weiter. 1873 n. Chr. wird der Saalbau eröffnet, 1889 n. Chr. wird das neue Bürgerhospital "Hetzelstift" eingeweiht. 1892 n. Chr. vergrößert sich die Stadt durch die Eingemeindung von Winzingen. 1899 n. Chr. wird das Volksbad, als erstes Hallenbad in der Pfalz seiner Bestimmung übergeben.

1905 n. Chr. wird mit dem Bau der Schmalspurbahn Neustadt - Speyer begonnen (auch "Gäubahn" oder "Pfefferminz-Bähnel" genannt) begonnen, welcher 1908 n. Chr. abgeschlossen wird. Zu diesem Zeitpunkt hat Neustadt an der Haardt 18.576 Einwohner.

1909 n. Chr. wird die Talbahn (das sogenannte "Kuckucksbähnel") in Betrieb genommen. Neustadt ist nun eine prosporierende Stadt, welches sich auch durch die Eröffnung einer Straßenbahnlinie nach Landau, Pfälzische Oberlandbahn (auch "Elektrische" oder die "Schneck" genannt), wiederspiegelt. Diese Strecke wird bis zum 31. Januar 1955 beibehalten.

Einen Stillstand erlebt die Stadt erst mit Ausbruch des 1. Weltkrieges, nach dessen Ende sie bis 1930 unter Französische Besatzung gerät.

Vermehrt regt sich der Widerstand gegen die Besatzungsmacht, welcher 1923 n. Chr. in der Erstürmung des Rathauses durch demonstrierende Arbeitslose seinen Ausdruck findet.
1925 n. Chr. wird das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges eingeweiht und die Neutstadter Ortsgruppe der NSDAP gegründet. 1932 n. Chr. wird die Stadionanlage mit Freibad eingeweiht, in welcher Adolf Hitler anläßlich einer NS-Wahlkundgebung zur Reichstagswahl spricht. 1935 n. Chr. wird durch den NS Gauleiter Josef Bürckel die "Deutsche Weinstraße" eingerichtet. In diesem Rahmen wird der alte Beiname Neustadts "an der Haardt", durch den neuen Zusatz "an der Weinstraße" ersetzt. Dieser neue Zusatz wird im Anschluß an den 2. Weltkrieg wieder durch "an der Haardt" ersetzt und dann ab dem 28.05.1950 wieder eingeführt (seither Neustadt an der Weinstraße). 1938 n. Chr. setzen Mitglieder der NSDAP im Rahmen der "Reichskristallnacht" die Neustadter Synagoge sowie das jüdische Altersheim in Brand. Heute erinnern Gedenksteine auf dem Hauptbahnhof und an der Ludwigstraße an die Opfer. Der 1941 n. Chr. gegangen genommene französische Politiker und Staatssekretär Robert Schumann wird im "Kurhaus Kohler" interniert, von wo er 1942 flüchten kann. Nach Ende des 2. Weltkrieges ist Neustadt in dem französischen Besatzungsgebiet. Neustadt wir Bestandteil des neu geschaffenen Landes Rheinland-Pfalz und Sitz einer ersten Provinzregierung. 1949 n. Chr. wird in der Stiftskirche die bis heute größte Gußstahlglocke der Welt (die sogenannte "Kaiserglocke", mit 350 Zentner) aufgehängt. Im selben Jahr findet im Saalbau die erste Wahl einer deutschen Weinkönigin statt. 1956 n. Chr. geht Neustadt die erste Städtepartnerschaft mit dem französischen Macon ein. Weitere Städtepartnerschaften folgen (1969 Lincoln/Großbritannien und Goya/Argentinien, 1984 Musange/Ruanda, 1992 Werningerode am Harz und Manchester/USA, 1995 Quanzhou/China) Durch die 1969 n. Chr. durchgeführten Eingemeindungen von Diedesfeld, Geinsheim, Gimmeldingen, Haardt, Hambach, Königsbach, Lachen-Speyerdorf und Mußbach sowie Duttweiler (1974), wird Neustadt zur größten deutschen Weinbaugemeinde, mit 50.900 Einwohnern.


 

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