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Berühmte Neustadter Persönlichkeiten Pallas Spangel Pallas Spangel wurde in den 40er Jahren des 15. Jahrhunderts in Neustadt geboren. Seine erste Bildung erhielt er wahrscheinlich in der damaligen Neustadter Stiftsschule. 1460 immatrikuliert er an der Universität Heidelberg im Bereich Theologie, des Dekan er später wird. Vier mal wählt man ihn zum Rektor der Universität (1477, 1484, 1490 und 1501). Auf Grund seines hohen Ansehens erhält er des öfteren den Auftrag die Universität zu repräsentieren und begrüßt in dieser Eigenschaft auch den damaligen Kaiser Maximilian I., bei dessen Besuch in Heidelberg, mit einer Rede. Als Schriftsteller ist er ebenfalls hoch geachtet. Er kann einige berühmte Persönlichkeiten seine Schüler nennen, Jakob Wimpheling, Werner von Themar und Phil. Melanchthon, welcher sogar von 1509 - 1512 in Spangels Haus lebte. Er starb am 17. Juli 1512 nach 36jähriger Tätigkeit in Heidelberg. In seiner Grabinschrift, in der Heiliggeistkirche, wird er als "treu und fromm, gerecht und hochgelehrt" gerühmt. Laut Eintrag im Neustadter Seelbuch stiftete er 1494 der katholischen Kirche Neustadts jährlich 2 fl. zum Gedächtnis seiner Eltern, Werner und Mathilde Spangel. Zacharias Urfinus (1534 - 1583) Aus den vielen berühmten Gelehrten die am hiesigen Casimirianum tätig waren, sticht einer besonders heraus. Zacharias Urfinus. Er war es, dem das Casimirianum hauptsächlich seinen damaligen Ruhm verdankte. Am 18. Juli 1534 in Breslau unter dem bürgerlichen Namen Baer geboren, latinisierte er diesen, und folgte somit einer Sitte seiner Zeit. Er erhielt seine Bildung an der Universität Wittenberg, wo er sich Melanchthon anschloß. Nach einer Studienreise, die ihn nach Genf zu Calvin und dann nach Paris führte, wirkte er zunächst an der Elisabethschule in seiner Vaterstadt. Im Jahre 1561 berief ihn der Kurfürst Friedrich III. an die Universität zu Heidelberg, an der er im Jahr darauf zum Dr. der Theologie promovierte. Mit seinem Kollegen Olevian gab er dort 1563 den berühmten "Heidelberger Katechismus" heraus. Die wohl bedeutendste Bekenntnisschrift der reformierten Kirche Deutschlands. Nach dem Tode Friedrichs III. 1576 waren die reformierten Professoren gezwungen Heidelberg zu verlassen. Urfinus fand mit seinen Kollegen am hiesigen Casimirianum eine neue Heimstatt. Er eröffnete sein Wirken in Neustadt am 26. April 1578 mit einer Vorlesung über den Propheten Jesaja. In Neustadt erschien auch sein letztes größeres Werk, "admonitio Christiana". Er verstarb am 6. März 1583 im Alter von nur 49 Jahren. Sein Leichnam wurde in der Stiftskirche beigesetzt, von deren Kanzel er oft das Evangelium verkündet hatte. Jakob Christmann (1554 - 1613) Der Orientalist Jakob Christmann stammte ursprünglich aus Johannisberg (an der Nahe) und betrieb zunächst seine Studien in Heidelberg. Als er 1578 die Konkordienformel nicht unterschreiben wollte, wechselte er an das Casimirianum in Neustadt, um dort seine Tätigkeit fortzusetzen. Im Jahre 1582 widmete er dem Rektor und den Professoren der Neustadter Hochschule seine Schrift ''Alpabeticum arabicum''. Es hat den Anschein, daß diese arabische Grammatik als Lehrbuch für die hiesige Schule bestimmt gewesen sei. 1584 wechselt er wieder nach Heidelberg zurück und wird Professor der hebräischen Sprache. Im Jahre 1608 ernennt ihn Kurfürst Friedrich IV. zum ersten Professor für arabische Sprache in Deutschland. Heinrich Christian Michael von Stengel Der in Neustadt, als zweiter Sohn des Landschreibers Paul von Stengel, geborene Heinrich Christian Michael von Stengel war einer der großen Heerführer Napoleons I.. In der Schlacht vom 21. April 1796 bei Nodovi (Piemont) gegen die Österreicher fiel Divisionsgeneral Stengel, als Führer der französischen Kavallerie. Seine Büste steht unter den berühmten Generalen Versailler Schloß. Johann Jakob Schopmann (1767 - 1840) Am 21. November 1767 in Neustadt geboren, studierte Johann Jakob Schopmann in Heidelberg und erwarb das Lizentiat der Rechte. Der Gutsbesitzer und Inhaber einer Holzhandlung, nahm schon in jungen Jahren am politischen Leben der Stadt teil. Im Frühjahr 1794, wird er von den Franzosen nach Landau und später nach Zabern, als Geisel, verschleppt. Im Anschluß hieran wurde er Friedensrichter und im Jahre 1798 Präsident des Landgerichts sowie Präsident der Munizipalität in Neustadt. Während der Herrschaft von Napoleon wird Schopmann 1802 zum Departementsrat berufen und behält diese Funktion bis 1814. Schopmann, der wiederholt Stadtrat war und 1806, 1819 und 1824 als Maire bzw. Bürgermeister an der Spitze der Neustadter Bürgerschaft stand, wurde unter anderem auch an den bayrischen Landtag nach München berufen. Nach Beendigung der Feierlichkeiten des 1832 stattgefundenen Hambacher Festes, wurden ihm die beiden Festbanner (die deutsche und die polnische Flagge) zur Aufbewahrung gegeben. Eine Handlung die zeigt, wie hoch geachtet der ehemalige Bürgermeister im Ansehen seiner Mitbürger damals stand. Alexander von Dusch (1789 - 1876) Alexander von Dusch wurde am 27. Januar 1789, wie Michael von Stengel, als Sohn eines Neustadter Landschreibers, in Neustadt geboren. Sein Studium absolvierte er in Paris und Heidelberg. Im Anschluß arbeitete er von 1818 - 1825 im badischen Ministerium und wird badischer Geschäftsträger in Bern und München. Im Jahre 1838 wird er Bundestagsgesandter in Frankfurt am Main und 1843 Minister für auswärtige Angelegenheiten. Im Anschluß an die Mairevolution, tritt er 1849 zurück. 1850 wählt ihn die Stadt Heidelberg in die zweite Kammer und selbige ihn in das Staatenhaus nach Erfurt. Im darauf folgenden Jahr zieht er sich in das Privatleben zurück, wo er sich der Musik und den Wissenschaften zuwendet. Des weiteren macht er auch als politischer Schriftsteller von sich reden. Mit dem berühmten Historiker Ludwig Häußer verbindet ihn eine enge Freundschaft. Am 27. Oktober 1876 verstirbt er nach einem langen und erfüllten Leben. Dr. Philipp Hepp (1797 - 1867) Der am 24. Oktober 1797 in Kaiserslautern geborene, Johann Adam Philipp Hepp, ließ sich nach Abschluß seiner medizinischen Studien als praktischer Arzt in Neustadt nieder. Politisch trat er 1832 hervor, als er in seiner Eigenschaft die Teilnehmer des Hambacher Festes in einer Begrüßungsansprache willkommen hieß. Hepp, seinen freiheitlichen Idealen verpflichtet, ist 1849 Mitglied der in Kaiserslautern tagenden pfälzischen Revolutionsregierung. Um seiner Verhaftung zu entgehen, flüchtet er in die Schweiz und läßt sich als Arzt in der Gegend um Zürich nieder. 1866 siedelt er nach Frankfurt am Main über, wo er im Alter von 70 Jahren, am 5. Februar 1867 verstarb. Johann Heinrich Hochdörfer (1799 - 1851) Der am 28. Oktober 1799 in Winzingen geborene Johann Heinrich Hochdörfer war protestantischer Pfarrer. Von 1827 bis 1834 in Sembach in der Nordpfalz tätig, gab er als liberaler, sozialrevolutionärer Publizist radikale Zeitungen heraus. Auf dem ''Hambacher Fest'' war er einer der Hauptredner. Im Anschluß hieran wurde er unter Anklage gestellt und zwei Jahre in Kaiserslautern inhaftiert. Nach seiner Entlassung ging er ins Schweizer Exil. Dort gewann er in Genf bestimmenden Einfluß auf den Kreis des ''Jungen Deutschland''. 1848 wieder in die Pfalz zurückgekehrt, schaltet er sich mit der Losung ''Kein Heil außer dem Sozialismus'', erschienen im ''Pfälzer Volksmann" (einer Neustadter Zeitung), erneut in den politischen Kampf ein. Aus dem Kirchendienst entlassen und auch nicht wieder aufgenommen starb er am 28. Januar 1851 in Winzingen. Johann Philipp Abresch (1804 - 1861) Johann Philipp Abresch ist ein weiterer Neustadter dessen Name unabdingbar mit dem Hambacher Fest verbunden ist. Der Neustadter Ökonom unterzeichnete nicht nur die Einladung mit, sondern er trug auch am 27. Mai 1832 die Hauptfahne des Nationalfestes in den Farben Schwarz/Rot/Gold (den damals erstmals verwendeten Farben unserer heutigen Nationalflagge) mit der Aufschrift "Wiedergeburt Deutschlands" vom Neustadter Marktplatz zum Schloß hinauf, um sie dort dann auf dem Turm aufzupflanzen. Karl Friedrich Scholler (1807 - 1863) Der in Neustadt am 29. Dezember 1807, in bescheidenen Verhältnissen, geborene Karl Friedrich Scholler, galt zu seiner Zeit als einer der bedeutendsten und gelehrtesten Theologen des 19. Jahrhunderts. Vielseitig gebildet, war er auch literarisch tätig. Da zu seiner Zeit in Neustadt keine höhere Schule war, besuchte er die Lateinschule in Kaiserslautern. Sein Reifezeugnis erhielt er am Gymnasium zu Speyer, im Jahre 1826. Zum Studium der Theologie geht er an die Universität Erlangen, wo er sich jedoch zuerst mit Philosophie beschäftigt. Im Februar 1829 startet er mit Professor Kapp (dessen Gattin, Emilie Schuster, ebenfalls eine Neustadterin war) eine neunmonatige Reise nach Italien, deren Ergebnisse er für Kunstforscher und Kunstkenner in einem zwei Bände umfassenden Werk (erschienen 1831 und 1832) niederlegt. Eigentlich waren noch weitere Bände geplant, doch es kam nie zu deren Veröffentlichung. Als er nach Erlangen zurück kehrt, veröffentlicht er Arbeiten aus den Gebieten Philosophie, Kunst und Poesie und gründet eine eigene Zeitschrift für Philosophie. Obwohl man ihn an der Universität halten wollte, folgte er doch dem Ruf seiner Heimatkirche und trat als Vikar in Frankenthal seinen Dienst an. Es folgten Tätigkeiten als Pfarrer in Ruchheim, 1844 als Dekan in Homburg und 1847 in Landau, wo er auch öffentliche Vorträge aus verschiedenen Wissensgebieten hielt. Im Jahre 1856 zieht er sich aus gesundheitlichen Gründen auf die Pfarrei in Minfeld zurück, wo er am 08. August 1863 verstirbt. Friedrich Jakob Dochnahl (1820 - 1904) Der in Neustadt geboren, wurde Friedrich Jakob Dochnahl durch seine, 1867 erstmals verlegte, ''Chronik von Neustadt an der Haardt'' (so der damalige Name von Neustadt an der Weinstraße) berühmt. Mehr als 25 Jahre sammelte er, nach eigenen Angaben, hierfür Material. Dabei war er von Beruf überhaupt kein Historiker. Er übte den Beruf eines Gärtners aus und galt als ein Meister seines Fachs. In dieser Eigenschaft gab er auch eine Vielzahl von Publikationen und Abhandlungen heraus, wovon eine ihm auch die Auszeichnung der Akademie der Naturforscher einbrachte. Er verstarb am 18. Juli 1904. Auf der Hambacher Höhe erinnert die Dochnahl-Straße an ihn. Philippine Appolonia Sauter (1823 - 1895) Philippine Appolonia Sauter war eine der große Wohltäterin für Neustadt an der Weinstraße. Das von ihr gegründete Sauterstift, pflegte Kranke jeder Konfession. Beim Verkauf der alten Stadtmühle an die Stadt im Jahre 1885, verlangte sie damals für den gesamten Komplex incl. der Nebengebäude nur 30.000,- Mark. Ein sehr günstiger Preis, wie die damalige Presse zu vermelden wies. Im Hinblick auf ihre vielen Verdienste beschloß der damalige Stadtrat (1889) Frau Sauter zu Ehren den alten Weg vom Karlsberg bis zur Schliefbrücke nach ihr zu benennen. Eine Ehrung, die sie somit schon zu Lebenszeiten erreichte. In ihrem Testament bestimmte sie, daß das Sauterstift zu vollem Eigentum an den bayrischen Frauenverein unter dem Roten Kreuz von München gehen solle. Des weiteren bestimmte sie das ihr übriges Eigentum versteigert wurde um ihre Verbindlichkeiten zu tilgen und der Mehrerlös wurde der Stadt übergeben, mit dem ausdrücklichen Wunsch von Frau Sauter ihn zur Tilgung der ältesten Schulden der Stadt zu verwenden. Eduard Jost (1837 - 1902) Der am 21. Juli 1837 in Trier geborene Eduard Jost war zunächst Sänger und Schauspieler. Von 1864 bis 1867 war er Schriftsteller der ''Tierischen Volkszeitung''. Im Anschluß trat er in die Redaktion des ''Dürkheimer Anzeigers'' ein. Ab 1870 war er Redakteur des ''Landauer Eilboten''. Im Jahre 1884 gründete er in Kaiserslautern die Pfälzische Wochenschrift ''Die Heimat''. Nach Tätigkeiten in Leipzig (1886) und Naumburg/Saale (1892) kehrte er in die Pfalz zurück und leitete die Redaktion der ''Neustadter Zeitung''. Auch als Belletrist trat er hervor, so ist er unterem anderen der Verfasser des ''Pfälzer Liedes'' (1886). 1895 erschienen seine Lebenserinnerungen ''Vor 25 Jahren''. Conrad Freytag (1846 - 1921) Conrad Freytag, der einer alten pfälzischen Bauernfamilie entstammte, wurde am 7. August 1846 in Lachen geboren. Nachdem er nach Neustadt übergesiedelt ist, errichtete er 1871 ein Wohn- und Geschäftshaus, welches später als Verwaltungsgebäude seiner Firma fungierte. Am 15. Juni 1875 gründet er zusammen mit seinem Schwager Carl Heidschuch, unter dem Namen Freytag & Heidschuch OHG, eine Baustoff-Handelsfirma. Sehr früh schon wandte sich Conrad Freytag den Zement- und Betonbauten zu. Der große Durchbruch gelang ihm, mit dem Erwerb der Moniert-Patente. Bei diesem Patent handelt es sich um ein ''Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aller Art durch Umgießen eines den Wandungen des Gegenstandes entsprechenden Gerippes aus Eisen mit Zement''. Dieses Patent war die Grundlage der späteren Eisenbeton-Bauweise in ganz Deutschland. Im Jahre 1885 trat die Firma das Patent für Norddeutschland an Gustav Adolf Wayss ab. Acht Jahre später (1893) gründet Conrad Freytag dann zusammen mit Wayss die Wayss & Freytag OHG, welche dann 1900 zu einer Aktiengesellschaft umgewandelt wird. Die Leitung der Firma übernehmen in den folgenden Jahren Freytag und dessen Schwiegersohn. Von 1895 - 1920 gehörte Freytag dem Neustadter Stadtrat an, war Aufsichtsratsmitglied der Volksbank und der Gemeinnützigen Baugesellschaft sowie Mitbegründer der ehemaligen IBAG. Die in den 20er Jahren unseres Jahrhunderts durchgeführte Kanalisierung der Stadt, wurde im wesentlichen von ihm mitkonzipiert. Ihre Durchführung konnte er nicht mehr erleben. Er starb am 2. Juli 1921 in Wiesbaden. Seine Urne wurde in dem Familienmausoleum am vorderen Nollen beigesetzt. Dr. August Rothpletz (1853 - 1918) Dr. August Rothpletz wurde am 25. April 1853 in Neustadt als Sohn des gleichnamigen Rentners Dr. August Rothpletz und dessen Ehefrau Elisabeth Luise (aus Landau stammend) geboren. Während der ersten 15 Jahre seines Lebens lies er sich in seiner Geburtsstadt privat auf den Besuch des Gymnasiums vorbereiten, welches er in Aarau und Zürich besuchte. Im Anschluß an sein Reifezeugnis studierte er zunächst in Heidelberg und dann in Zürich. Von 1875 - 1880 war er in der sächsischen geologischen Landesuntersuchung tätig. An Ostern 1882 wechselt er nach München zu dem berühmten Paläontologen Zittel. Im Jahre 1884 erfolgt seine Aufnahme als Privatdozent an der Universität in München. Nach Zittels Tod 1904 wird er dessen Nachfolger und gleichzeitig ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Schon kurze Zeit später gilt er als eine Kapazität auf seinem Lehrgebiet. Das Hauptziel seiner wissenschaftlichen Arbeiten ist die geologische Neukartierung der bayerischen Alpen. Doch er bleibt nicht nur in Deutschland. Seine wissenschaftlichen Reisen führen ihn nach Frankreich, England, Skandinavien, Rußland, Italien, Nordafrika, zum Berg Sinai und nach Nordamerika. Fast 100 Abhandlungen weist sein Schriftenverzeichnis aus. Er stirbt am 27. Januar 1918. Otto Dill (1884 - 1957) Der gebürtige Neustadter Otto Dill war ein Meisterschüler von Heinrich von Zügel, der ihn nachdrücklich auf das Tierstudium verwies. Zeit seines Lebens bevorzugte Dill die Tierdarstellungen. Seine Studienreisen führten ihn nach Holland, Italien, Spanien und Nordafrika. 1927 wird ihm der Professorentitel verliehen. 1941 errichtet er einen Atelierbau in Bad Dürkheim. Den Kern seiner Darstellungen bilden Licht, Luft und Bewegung. Gegen Ende seiner Schaffensperiode war er ein ''Klassiker des Spätimpressionismus''. Er verstarb 1957 in Bad Dürkheim. Dr. Karl Helfferich (1872 - 1924) Am 22. Juli 1872 als ältester Sohn des Kommerzienrats Friedrich Helfferich geboren, studiert Dr. Karl Helfferich, nach Absolvierung des hiesigen Gymnasiums, 1890 in München, Straßburg und Berlin Staatswissenschaft. 1899 habilitiert er an der Berliner Universität. Der Start einer glanzvollen Karriere. Schon zwei Jahre später 1901 ist er außerordentlicher Professor und noch keine 30 Jahre zählend gilt er als einer der kommenden Männer der Wissenschaft und Praxis. Im Jahre 1904 wird er zum Wirklichen Legationsrat ernannt und ist in der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes tätig. 1906 wird er zum Direktor der Anatolischen Eisenbahnen ernannt und im Jahre 1908 erfolgt seine Berufung in das Direktorium der Deutschen Bank. Als 1913 in Paris die internationale Finanzkonferenz stattfindet nimmt er las Delegierter der deutschen Regierung daran teil. Mit Ausbruch des ersten Weltkrieges 1914 tritt er wieder in den Staatsdienst und übernimmt als Reichsschatzsekretär die Führung und Entwirrung der Kriegsfinanzen. 1916 wird er das Staatssekretariat des Innern und wird zugleich Vizekanzler. Eine Stellung die er auch nach Niederlegung der Leitung des Reichsamts des Innern behält. In seiner Eigenschaft als Vizekanzler war er der Vertraute und Mitarbeiter des Reichskanzlers Bethmann-Hollweg. Nach der Ermordung des Grafen Mirbach, wird er 1918 als Beauftragter des Reiches nach Moskau entsandt. Nach dem Krieg zählt er zu den ersten Führern der Deutschnationalen Partei und wird 1920 Mitglied des Reichstags. Neben seinen wissenschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Tätigkeiten ist Karl Helfferich vor allen Dingen als der geistige Vater der Rentenmark bekannt geworden. In der Nacht des 23. April 1924 wurde er Opfer eines schweren Eisenbahnunglückes bei Bellinzona (Schweiz). Dr. Johannes Hans Wilhelm Geiger (1882 - 1945) Der als Sohn von Ludwig Wilhelm Geiger am 30. September 1882 in Neustadt geborene Hans Geiger, studierte in Erlangen und München. Nach Abschluß seines Studiums, wurde er von 1906 - 1912 Mitarbeiter des englischen Physikers Rutherford. 1913 übernahm er das Labor für Radioaktivität der physikalisch-technischen Reichsanstalt in Berlin-Charlottenburg. 1925 erfolgt seine Berufung als Professor nach Kiel. Hier veröffentlicht er, im Jahre 1928, zusammen mit seinem Kieler Assistenten Walter Müller seine erste Arbeit über das ''Geiger-Müller-Zählrohr''. Dieser heute unter dem Namen Geigerzähler bekannte Apparat ermöglichte erstmalig Atomteilchen zu ''zählen''. Obwohl die beiden Wissenschaftler es als einen gemeinsamen Erfolg ansahen, geriet der Name Müller im Laufe der Zeit in den Schatten Geigers. Nach einer Zwischenstation an der Universität Tübingen, kam Hans Geiger, an die Technische Hochschule Berlin-Charlottenburg. Mit Kriegsbeginn 1939, wird Geiger einer Gruppe von deutschen Kernphysikern zugeteilt, welche dem damaligen Heereswaffenamt in Berlin unterstellt waren. Kurz nach Kriegsende, am 24. September 1945, verstirbt der Verfasser zahlreicher Fachpublikationen, Mitherausgeber des großen 24 Bände umfassenden Handbuches der Physik und Träger hoher wissenschaftlicher Auszeichnungen. Die nach ihm benannte Grundschule und Straße auf der Hambacher Höhe erinnern an ihn. |
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